Zelten

»Soll ich Euch den Rasensprenger anmachen«, fragt Mama Tasha an einem sehr heißen Sommertag den kleinen Leon.
Leons Freund Tim ist heute zu Besuch und die beiden schauen sich sofort mit leuchtenden Augen an.
»Au ja«, kommt es zugleich aus ihren Kehlen und schon beginnen die beiden sich auszuziehen.
Hüpfend vor Freude warten sie dann, bis der Rasensprenger anfängt, seine Wasserstrahlen über den Rasen zu versprühen.
Dann wird laut lachend entweder vor den Strahlen weggelaufen, oder man lässt sich ganz mutig einfach nass regnen.
Nach einer Weile macht sogar Willi, der kleine Hund, bei den wilden Wasserspielen mit.
»Feierabend«, ruft nach einer guten Stunde Mama Tasha.
»Hier habt ihr Handtücher zum Abtrocknen und schnell wieder anziehen, damit ihr euch nicht erkältet«, sagt sie und stellt das Wasser wieder ab.
»Darf Tim heute bei mir schlafen?« fragt Leon beim Abtrocknen.
»Ja, bitte bitte«, bekräftigt Tim sogleich, »wir könnten doch im Zelt schlafen.«
»Von mir aus gerne«, sagt Mama Tasha, »aber da muss ich erst noch Tims Mama anrufen und fragen, ob er das auch darf.«
Es dauert nicht lange bis die erlösende Bestätigung zum Zelten kommt.
»Aber ihr sollt ganz lieb sein und mir beim Aufbau des Zeltes helfen«, hat Tims Mama gesagt.
»Hurra, das machen wir«, rufen die beiden Jungen wieder wie aus einem Mund.
Schon beginnt im Garten hinter dem Haus ein wildes Treiben.
Aber bei genauem Hinsehen ist natürlich allein Mama Tasha damit beschäftigt das Zelt aufzubauen, während Leon und Tim eifrig alle Spielsachen aus Leons Zimmer in den Garten schleppen.
»Wozu braucht ihr denn den Kaufmannsladen«, will die Mama wissen.
»Ist doch klar, wenn jemand was kaufen will«, sagt Leon selbstbewusst.
»Und wozu habt ihr die Ritterrüstung mitgenommen?« will die Mama dann wissen.
»Um die Gespenster in der Nacht zu verjagen«, kommt prompt die Antwort.
»Aber euer Zelt ist schon so voll, ihr habt kaum Platz zum Schlafen«, wendet da die Mama ein, »wo wollt ihr denn hier noch Roller fahren?«
»Damit müssen wir dann die Gespenster verfolgen«, antwortet daraufhin Tim.
»Na«, sagt da Mama Tasha zu sich selbst, »das kann ja lustig werden heute Nacht.«
Nach dem Abendessen gehen Leon und Tim in die Badewanne, putzen sich die Zähne und ziehen sich ihre Schlafanzüge an.
Dann geht es los zum Zelt.
Tim nimmt noch eine Taschenlampe mit, Leon sein Kuscheltier, Eisbär Knut.
»Gute Nacht«, sagt Mama Tasha und gibt noch jedem Kind einen dicken Kuss, »und ganz schnell schlafen, damit ihr morgen wieder schön spielen könnt.«
Natürlich wird noch nicht sofort geschlafen.
Tim macht seine Taschenlampe an und beide spielen noch ein bisschen Memory, dann sehen sie sich ihre Lieblingsbücher an.
Kaufen möchte niemand mehr etwas aus ihrem Kaufmannsladen und so werden sie müde und die Äuglein fallen langsam zu.
»Was war das?« flüstert auf einmal Leon dem Tim zu.
»Hast du das auch gehört?«
»Bestimmt ein Gespenst«, erwidert Tim und er macht mutig seine Taschenlampe an.
So können sie sehen, wie ein großer Schatten sich langsam um ihr Zelt bewegt.
»Gespenster kann man nicht sehen«, weiß Leon, »außerdem hat das da vier Beine.«
»Dann ist das ein Löwe!« ruft Tim.
»Ein LÖWE!« rufen alle beide und stürmen laut schreiend aus dem Zelt zum Haus.
»Mama, Papa, ein Löwe will uns fressen.«
Vor lauter Aufregung bekommen sie weiter gar kein Wort raus.
»Papa kommt mal mit euch mit zum Zelt«, sagt Papa Mirko und nimmt die beiden an der Hand mit nach draußen.
Doch da muss er fürchterlich anfangen zu lachen.
»Meint ihr vielleicht diesen Löwen da«, fragt er und zeigt auf Willi, den kleinen Hund, der noch immer schnüffelnd um das Zelt schleicht.
Da müssen auch Leon und Tim lachen, aber für heute möchten sie dann doch lieber im Bett schlafen.
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