Schmutzfinger

Es ist Samstagmorgen und die Familie Stamm sitzt gemeinsam am Frühstückstisch.
Lena probiert gerade, sich ganz alleine ein Leberwurstbrötchen zu schmieren und Mama Tasha passt wie immer auf, dass dabei die Tischdecke nicht schmutzig wird.
Papa Mirko trinkt seinen Kaffee und liest in der Tageszeitung.
Manchmal, wenn er etwas Interessantes oder Wichtiges findet, erzählt er es der Mama gleich weiter. So auch heute.
»Stell dir vor«, beginnt er, »da ist jemand in ein Haus eingebrochen und hat überall seine Fingerabdrücke hinterlassen. Die Polizei hat den Einbrecher am nächsten Tag gleich festnehmen können.«
»Warum?« fragt Lena.
Mama und Papa sehen sich verwundert an.
»Na ja«, beginnt Papa Mirko dann, »weil die Polizei jeden Menschen an seinem Fingerabdruck erkennen kann.«
»Warum?« kommt es sofort wieder aus Lenas Mund.
»Weil man …«, beginnt der Papa, unterbricht dann aber den Satz, weil er eine tolle Idee hat.
»Hol mal deine Fingerfarben und Papier, dann zeige ich dir etwas«, sagt er zu Lena.
Lena zögert und schaut die Mama an.
»Aber ich darf doch mit den Fingerfarben nur in meinem Zimmer oder draußen spielen«, erklärt sie.
Die Mama hat zwar noch keine Ahnung, was der Papa vor hat, doch sie nickt zustimmend und sagt:
»Aber Papa hat es dir ja jetzt extra erlaubt.«
Lena läuft sofort in ihr Zimmer und holt alle ihre Fingerfarben und den großen Schreibblock, den ihr Oma Bella einmal geschenkt hat.
Mama und Papa haben in der Zwischenzeit den Frühstückstisch aufgeräumt und Papa Mirko fängt an, seine rechte Hand mit blauer Farbe einzuschmieren.
Dann drückt er diese Hand ganz fest auf ein Blatt Papier vom Schreibblock.
»Das ist aber ein schöner Abdruck von deiner Hand«, ruft Lena.
»Darf ich jetzt auch?« fragt sie aufgeregt.
Natürlich darf sie und es dauert nicht lange, bis ihre kleine Patschhand in roter Farbe auf Papier zu sehen ist. Dann ist die Mama dran mit einer gelben Hand.
Nachdem sich alle die Hände wieder gewaschen haben, mischt der Papa die drei Blätter durcheinander und legt sie nebeneinander auf den Tisch.
»Von wem ist welche Hand?« fragt er Lena.
»Das ist doch pippig«, ruft Lena. »Das ist meine, das ist deine und die ist von Mama.«
Dabei zeigt sie jeweils auf das entsprechende Blatt Papier mit den Handabdrücken.
»Und woran hast du das erkannt?« will Papa Mirko wissen.
»Na, deine Hand ist blau, Mamas Hand gelb und meine ist rot«, sagt Lena schlau.
»Aber woran kannst du das noch erkennen«, will der Papa jetzt wissen.
Lena überlegt, dann sagt sie: »Meine Hand ist ganz klein, die kann ich einfach erkennen. Eure Hände sind ganz groß. Aber du hast dicke Finger und die Finger von Mama sind viel dünner und schöner.«
»Siehst du«, sagt der Papa, »jeder von uns hat einen anderen Abdruck von seiner Hand hinterlassen, und das gilt nicht nur für uns, sondern für jeden Menschen auf der Welt, zumindest wenn wir für dieses Experiment nur unsere Finger nehmen.«
»Wenn ich jetzt wieder einen schmutzigen Handabdruck auf der Tapete entdecke«, fügt Mama Tasha direkt hinzu, »brauche ich den nur mit unseren Blättern zu vergleichen und ich weiß sofort, wer der Übertäter war.«
»Und genauso macht es die Polizei«, sagt dann der Papa, »denn die hat fast von jedem Menschen so ein Blatt mit einem Abdruck von seinen Fingern in ihrem Computer.«
Lena weiß nun genau, was ein Fingerabdruck ist, allein der Gedanke, dass die Mama jetzt immer erkennen kann, wenn sie sich die Hände nicht gewaschen hat, macht ihr noch ein bisschen zu schaffen.
Aber dann sagt sie: »Wenn ich einmal groß bin, werde ich Fingerabdruck-Polizist.«
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