Opa hat gekleckert

»Alle Vögel fliegen hoch!« rief Lena, während sie mit ihren Zeigefingern auf den Küchentisch trommelte.
Mama Tasha und Papa Mirko waren schon zum Einkaufen gefahren und Opa Klaus und Lena saßen immer noch am Frühstückstisch.
Auf dem Tisch war alles in eine Ecke geschoben und die beiden waren lustig am Spielen.
»Alle Autos fliegen hoch!« rief Lena erneut und riss ihre kleinen Ärmchen in die Luft.
Opa Klaus hob seine Arme natürlich mit hoch.
»Falsch«, freute sich Lena, »Autos können nicht fliegen! Jetzt bist du dran.«
So ging das eine ganze Weile bis Opa auf einmal rief: »Jetzt müssen wir aber erst mal den Tisch abräumen. Wenn Mama und Papa zurückkommen und wir nicht aufgeräumt haben, gibt es Schimpfe.«
Also schnappte sich jeder etwas, um es in die Küche zu bringen.
»Ach du liebe Güte«, rief Opa Klaus plötzlich, »der Marmeladenlöffel ist mir aus dem Glas gefallen und jetzt ist lauter Marmelade auf dem Tisch.«
»Du musst auch immer kleckern«, schimpfte Lena, »das hätte mir mal passieren sollen!«
»So schlimm ist das nun auch wieder nicht«, sagte der Opa, während er mit einem Küchentuch den Marmeladenklecks wegwischte.
Eigentlich wollte der Opa noch etwas sagen. Es muss was ganz Wichtiges gewesen sein, denn er hob zur Unterstützung der Worte seine Hand mit dem Küchentuch in die Höhe.
Aber nun stand er da mit offenem Mund, angewurzelt wie ein Denkmal.
»Mist«, war das einzige Wort was er nach einer Ewigkeit sagen konnte.
Lena schaute um sich und da sah sie die Bescherung.
Die Marmelade aus dem Tuch hatte sich selbstständig gemacht und war auf den Holzdielen der Küche gelandet.
»Jetzt tritt da aber nicht noch rein«, rief Lena ihrem Opa zu und alle beide mussten erst mal schrecklich lachen.
»Die Marmelade ist nicht aus Erdbeeren, sondern aus Springbohnen gemacht«, sagte Opa Klaus und versuchte die Marmelade wieder aufzuwischen.
Leider blieb immer noch ein roter Fleck auf den Dielen zu sehen.
»Dann nehmen wir halt noch den Allesreiniger«, sagte Opa Klaus, packte die Flasche mit dem Reinigungsmittel und schüttelte sie erst einmal durch.
Doch heute war sicherlich nicht sein Glückstag.
Der Verschluss der Flasche sprang auf und der Reiniger flog durch die ganze Küche.
»Ach du lieber Gott«, rief Opa Klaus, »was haben wir denn jetzt gemacht?«
»Wir?« wollte Lena wissen. »Ich habe nichts gemacht, du warst das ganz alleine.«
Zu allem Überfluss kam auch noch Kater Yoda um die Ecke und schnupperte am verschütteten Allesreiniger.
»Du gehst hier erst mal raus«, rief Lena, »das darfst du nicht trinken, da kriegst du Schaum von in den Bauch und dann gehst du tot.«
Dabei schob sie den verdutzten Kater wieder zurück ins Wohnzimmer.
»Genau«, bestätigte Opa Klaus, »alle diese Sachen darf man nicht trinken, die sind für Mensch und Tier giftig. Am besten fäßt du diese Flaschen nicht einmal an.«
Dann machte sich Opa Klaus an die Arbeit und wischte mit Papier und Tüchern den Fußboden wieder trocken.
»Der arme Fußboden musste heute ja ganz schön leiden«, sagte er und setzte sich.
»Jetzt hab ich mir erst mal ein Päuschen verdient.«
Doch nach einer Weile sprang er auf.
»Was machst du da?« rief er Lena zu.
»Na, ich creme den armen Fußboden ein, wo der doch gewaschen ist«, sagte Lena.
»Das macht Mama bei mir auch, und was gut ist für meinen Po, ist doch auch gut für den Fußboden, oder?«
»Komm wir ziehen uns schnell an und gehen auf den Spielplatz«, sagte Opa Klaus nur noch, »ich möchte nämlich nicht zu Hause sein, wenn Mama vom Einkaufen zurückkommt.«
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