Die Radtour

»Fahren wir heute noch eine Runde mit dem Fahrrad?« fragt Leon seine Mama nachdem er aus dem Kindergarten gekommen ist.
»Bitte, bitte«, ergänzt er, »es ist so schönes Wetter.«
Leon hat nämlich zu seinem Geburtstag ein neues Fahrrad bekommen, aber damit ist er bisher nur einmal um den Häuserblock gefahren.
»Ich weiß nicht, ob sich das Wetter hält«, antwortet ihm Mama Tasha, »aber Lust auf eine Radtour habe ich auch. Außerdem musst du dein Fahrrad ja mal irgendwann einweihen.«
»Wir können doch zum Opa fahren«, freut sich Leon und setzt vorsichtshalber schon einmal seinen Fahrradhelm auf.
»Die paar Meter«, jammert Mama Tasha. »Wir können Opa Klaus abholen und dann weiter zum See fahren. Im Seerestaurant machen wir dann eine Pause, können vielleicht etwas essen und dann fahren wir wieder zurück. Was hältst du davon?«
»Au ja«, ruft Leon begeistert, »und mit einer Pause schaffe ich das auch bis zum See.«
Es dauert nicht lange, bis die beiden auf ihren Fahrrädern sitzen und losfahren. Auch Opa Klaus schließt sich ihnen an, und so radeln die drei fröhlich in Richtung des Sees. Mama Tasha fährt vorne, dann folgt Leon, und am Ende Opa Klaus. Zum See kann man die ganze Strecke auf einem Radweg fahren. Nur einmal kreuzt eine Straße.
»Halt, stehen bleiben«, ruft Mama Tasha.
Als alle angehalten haben, ergänzt sie für Leon: »Hier müssen wir erst mal schauen, ob keine Autos kommen und die Querstraße ganz frei ist. Dann schieben wir unsere Räder über die Straße und können auf der anderen Seite wieder weiterfahren.«
»Ich bin erstaunt, wie gut du das schon alles kannst«, sagt Opa Klaus zu Leon, als sie wieder auf ihren Rädern sitzen.
»Ich bin ja auch schon groß«, kommt es voller Stolz von Leon zurück.
»Aufpassen, schön rechts fahren«, ruft dann die Mama, als ihnen einige Radfahrer entgegenkommen. Um die Spur zu halten, wackelt Leon zwar ein bisschen mit dem Lenker, aber dennoch können die anderen Leute problemlos vorbeifahren.
»Das hast du toll gemacht«, sagt Opa Klaus.
»Wo die Bremse ist, da ist rechts«, sagt Leon selbstsicher, «und bei der Klingel ist links.«
»Auch das hast du dir gut gemerkt«, bestätigt der Opa wieder.
Doch dann fängt es auf einmal leicht an zu regnen, die drei müssen anhalten und sich ihre Regenjacken überziehen.
»Der Himmel ist da ja ganz bunt«, ruft Leon aufgeregt, und er zeigt in Richtung einer schwarzen Wolkenwand.
»Oh ja«, bestätigt Mama Tasha, »das ist ein Regenbogen. Der entsteht, wenn die Sonne scheint und es zugleich regnet.«
»Warum?« fragt Leon.
»Die Sonne hinter uns scheint auf die dicke Regenwolke. Dabei wird das Sonnenlicht in den Wassertropfen gebrochen und dadurch werden alle Farben für uns sichtbar«, unterstützt der Opa die Mama.
»Ja«, bestätigt Leon, »da ist alles Rot, dann wird es Gelb und Grün, und auf der anderen Seite ist es dann Blau.«
»Stimmt. Aber lasst uns nun mal schnell zum Seerestaurant fahren« unterbricht Mama Tasha, »bis dahin ist es nicht mehr weit. Mir gefällt diese Regenwolke nämlich gar nicht, es kann sein, dass wir noch ein Gewitter bekommen.«
Und da soll die Mama Recht behalten.
Kaum sind die drei Radler beim Restaurant angekommen, haben ihre Fahrräder untergestellt und am Tisch Platz genommen, da fängt es so an zu regnen und zu stürmen, dass selbst einige Äste von den Bäumen fallen.
»Ein Blitz«, ruft Leon voller Aufregung und hält sich die Ohren zu, »ich habe Angst.«
Es dauert eine ganze Weile bis ein grollender Donner zu hören ist.
»Das Gewitter ist noch weit weg«, erklärt Opa Klaus, »und Angst musst du sowieso nicht haben, denn in einem Gebäude oder in einem Auto bist du vor dem Blitz geschützt.«
Kaum hat der Opa ausgesprochen, da zuckt erneut ein Blitz vom Himmel. Doch dieses Mal donnert es bereits nach einigen Sekunden so laut, dass Leon vorsichtshalber doch erst mal auf den Schoß der Mama klettert.
»Es kommt näher, zieht wahrscheinlich genau über uns weg«, lautet jetzt die Erklärung vom Opa. Doch er sieht die Zweifel über sein Wissen in Leons Augen, und darum ergänzt er: »Der Blitz ist schneller als der Donner. Je größer der Abstand zwischen den beiden ist, desto weiter ist das Gewitter weg. Wird der Abstand zwischen Blitz und Donner kleiner, kommt das Gewitter näher. Wird er aber größer, dann zieht es weg. Bei einem Zeitabstand von drei Sekunden ist das Gewitter von dir genau einen Kilometer entfernt.«
Während des Essens hat es noch ein paar Mal ordentlich geblitzt und gedonnert, aber so schnell wie das Gewitter gekommen ist, so schnell hat es sich auch wieder verzogen.
Jedenfalls können Leon, Mama Tasha und Opa Klaus nach dem Essen wieder auf ihre Fahrräder steigen und trocken nach Hause radeln.
»Ich habe heute viel gelernt«, sagt Leon zum Opa, als er sich bei ihm verabschiedet, »ich weiß jetzt was ein Regenbogen ist, und ich habe keine Angst mehr vor einem Gewitter.«
© www.so-versteh-ich-das.de

Sie möchten die Geschichte bestellen?

Zurück zum Sammelband.

Hinweis: Der Urheber dieser Geschichten hat das ausschließliche Nutzungs- und Verwertungsrecht laut Urheberrechtsgesetz (UrhG). Zu diesen Rechten zählen das Vervielfältigungsrecht, das Verbreitungsrecht, das Vermietrecht, das Ausstellungsrecht, das Senderecht und das Aufführungsrecht. Wird eine Geschichte oder ein Vervielfältigungsstück an Dritte weitergegeben, so dürfen diese Personen ohne Zustimmung des Urhebers keine Änderungen an der Geschichte oder am Titel der Geschichte vornehmen.

Die Patenschaft für diese Geschichte haben übernommen:
für die Postleitzone 1:


          Restaurant & Pension Grothe
               Inh. Karin Grothe
               Berliner Str. 135 b
               16303 Schwedt

               Telefon 03332-2828-0
               Telefax 03332-2828-282

               www.pension-grothe-schwedt.de
 

Unser ruhig gelegenes Haus dient Ihnen als idealer Ausgangspunkt für
Ausflüge in den Nationalpark ‚Unteres Odertal‘.
Egal, ob Sie mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit der Kutsche unterwegs sind,
die wunderschöne ‚Uckermärkische Landschaft‘
wird Sie zu jeder Jahreszeit begeistern.