Die Drachensuppe

»Ich bin jetzt die Prinzessin und Du bist der Prinz«, sagt Lena zu Ihrem Opa Klaus.
Lena ist bei Opa Klaus zu Besuch und sie darf auch heute bei ihm schlafen.
Die beiden spielen schon den ganzen Nachmittag zusammen.
»Wir müssen jetzt heiraten«, fährt sie fort, »und dann musst du mich küssen.«
»Nee, nee«, ruft Opa Klaus mit erhobenen Händen, »das mache ich nicht. Wenn ich dich küsse, dann werde ich vielleicht wieder ein Frosch.«
»Quatsch«, antwortet Lena, »wie soll das denn gehen?«
»Na, wenn ich ein verzauberter Prinz bin«, sagt da der Opa, »dann kannst du mich ja wieder zurück in einen Frosch zaubern.«
»Und warum sollte ich das tun?« will Lena wissen.
»Vielleicht schmeckt dir ja mein Kuss nicht«, sagt Opa Klaus.
»Ach was«, wendet Lena ein, »ich kann doch gar nicht zaubern.«
»Du kannst nicht zaubern?« Opa Klaus ist ganz erstaunt.
»Ich kann wohl zaubern!« sagt er selbstsicher.
Das hätte der gute Opa besser nicht sagen sollen, denn kaum hat er ausgesprochen, da sprudelt es aus Lenas Mund: »Dann zauber doch mal was!«
»Okay«, willigt Opa Klaus bereitwillig ein, »dann zaubere ich uns jetzt das Abendessen.«
»Du sollst nicht kochen«, unterbricht Lena sofort ihren Opa, »du sollst zaubern.«
»Hohoho, mein Fräulein«, sagt da Opa Klaus und er hebt zur Unterstützung seiner Worte den Zeigefinger in die Höhe, »was ich heute Abend mache, kann man nicht kochen, das kann man nur zaubern.«
Lena fällt vor Schreck fast vom Stuhl.
Ganz kleinlaut und leise fragt sie dann: »Und was zauberst du zu Essen?«
Als wäre das die einfachste und selbstverständlichste Sache der Welt antwortet der Opa: »Eine Drachensuppe!«
Lenas Mund steht offen, die Augen sind groß aufgerissen und sie hat einen dicken Kloß im Hals, sodass sie kein Wort mehr sagen kann, außer »Dra-chen-sup-pe.«
»Genau«, bestätigt Opa Klaus, »und ich fange auch gleich mit den natürlich geheimen Vorbereitungen an.«
Dann legt Opa Klaus los.
Es wird Gemüse geputzt und geschruppt, Kartoffeln geschält, Würstchen geschnitten, Wasser gekocht, und und und.
»Du kannst ruhig zugucken«, sagt Opa Klaus zwischendurch, »aber du darfst das Geheimnis der Suppe nicht weiter verraten, versprichst du das?«
»Verspreche ich«, sagt Lena.
Sie traut sich sowieso nicht irgendetwas zu sagen, auch wenn sie das Gefühl nicht los wird, dass der Opa eine ganz normale Gemüsesuppe kocht.
Es riecht jedenfalls schon mal ganz lecker.
»Abrakadabra, Simsalabim, dreimal schwarzer Kater!«
Ohne große Vorankündigung macht der Opa Lena deutlich, dass nun der Zauber beginnt.
                              »Lena hat ’ne Barbie-Puppe
                              und das ist eine Drachensuppe
                              Hex, hex!«
Opa Klaus spreizt seine Finger über dem Suppentopf, rührt die Suppe dann noch einmal kräftig um, probiert ein bisschen und sagt: »Meine liebe Prinzessin, unsere erste gemeinsame Drachensuppe ist fertig. Wir können essen.«
»Hurra«, ruft Lena, klettert beim Opa auf den Rücken und die beiden machen erst einmal einen Drachenflug rund um den Esstisch.
»Diese Suppe gibt Drachenkräfte«, sagt der Opa, »da bist du morgen sicher die Stärkste.«
»Kann ich dann auch Feuer spucken?« will Lena noch wissen.
»Das nächste Mal«, sagt Opa Klaus, »dafür muss ich mehr Pfeffer an die Suppe geben!«
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