Der Staudamm

An einem schönen, warmen Sommertag gingen Leon und Opa Klaus spazieren.
Wie immer führte der Weg sie erst zu der Brücke über den kleinen Fluss.
»Werfen wir wieder Stöcke in das Wasser?« wollte Leon wissen.
»Natürlich«, sagte Opa Klaus.
Kleine Äste und Zweige waren am Wegesrand genug zu finden und so dauerte es nicht lange, bis die zwei startklar mit den Armen voll Stöcken am Brückengeländer standen.
»Erst schauen, ob die Straße frei ist«, ermahnte Opa Klaus und dann fing er an.
»Auf die Plätze … fertig … los!«
Jeder warf einen seiner Stöcke über das Brückengeländer in den Fluss, drehte sich um, und lief zum Geländer auf die andere Straßenseite.
»Erster«, rief Leon.
»Du bist ja schneller als der Blitz«, sagte Opa Klaus, »aber mein Stock kommt bestimmt vor deinem an.«
Die zwei starrten ganz aufgeregt auf das Wasser unter ihren Füßen.
»Da ist meiner«, rief Leon wieder als erster.
»Und da ist meiner«, sagte Opa Klaus.
»Okay, du hast gewonnen, aber jetzt gewinne ich«, sagte er und sie gingen wieder zurück auf die andere Straßenseite.
So ging das sicher fünf oder sechs mal, bis sie alle Stöcke in das Wasser geworfen hatten.
»Ich habe keine Lust mehr«, sagte Opa Klaus, »du gewinnst ja immer.
Aber ich habe eine tolle Idee, was wir jetzt machen können. Komm mal mit.«
Erwartungsvoll ging Leon mit seinem Opa mit.
Sie gingen über die Wiese bis zum Fluss und folgten dann dem Flusslauf.
Einmal mussten sie sogar über einen Weidezaun klettern, bis sie zu einem kleinen Bach kamen, der in den Fluss mündete.
Dann folgten sie dem Lauf des Baches.
»Hier ist genau die richtige Stelle«, begann Opa Klaus, »hier bauen wir einen Staudamm.«
Leon kam aus dem Staunen nicht mehr raus.
»Dürfen wir das denn?« wollte er wissen.
»Na ja«, sagte Opa Klaus, »eine Baugenehmigung haben wir nicht«, und er begann seine Schuhe und Socken auszuziehen.
Leon folgte ihm noch etwas zögernd.
Aber als der Opa dann in das knöcheltiefe Wasser ging und anfing Steine übereinander zu stapeln, sprang er direkt hinterher.
»Sammel mal alles ein, was du im Wasser oder am Rand finden kannst«, sagte der Opa, »und dann bringst du alles hier her.
Hier ist nämlich die engste Stelle des Baches, da ist es am einfachsten, einen Damm zu bauen.«
Es dauerte nicht lange, dann hatten sie einen großen Damm aus Steinen, Stöcken, Schlamm und Grasbüscheln gebaut.
Das Wasser fing an sich zu stauen und es bildete sich hinter dem Damm ein richtiger kleiner See.
Zufrieden bestaunten die beiden ihr Meisterwerk.
»Pass auf«, rief auf einmal der Opa und Leon sprang etwas zur Seite, »da, ein Hai.«
»Aber Opa«, widersprach ihm Leon sofort. »Hier gibt es doch keine Haie!«
»Dann ist das ein Känguru«, sagte Opa Klaus.
»Nein Opa, hör auf mit dem Quatsch, Kängurus können nicht schwimmen«, schimpfte Leon etwas ärgerlich über Opas Späße.
»M U U U H !«
Die beiden Dammbauer erschraken. Eine große Kuh hatte sich heimlich zu ihnen geschlichen und begann genüsslich aus dem neuen See zu trinken.
»Da, ein kleiner Fisch«, rief auf einmal Leon.
»Du willst mich nur ärgern«, antwortete Opa Klaus, aber dann sah er das Fischlein auch.
»Der kleine Nemo kommt hier nicht durch«, sagte er, »wir müssen den Damm wieder einreißen.«
Sofort begann die Rettungsaktion.
Schnell wurde der Damm mit Händen und Füßen eingerissen.
Das Wasser strömte so schnell aus dem See in den Bach, dass es die beiden beinah umgerissen hätte.
Pitschnass aber glücklich betrachteten sie ihr Werk und danach watschelten Leon und sein Opa Klaus zufrieden wieder nach Hause.
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