Der Hund ist weg

»Heute ist aber ein besonders schöner Tag«, sagt Mama Tasha an einem Sonntagmorgen am Frühstückstisch.
»Da können wir jetzt gleich einen Spaziergang machen.«
»Das ist eine gute Idee«, fügt Papa Mirko hinzu, »und dann nehmen wir den Willi gleich mit, der muss auch sicher nach draußen.«
»Den habe ich schon raus gelassen«, sagt Lena, »der musste mal ganz dringend.«
Also wird ganz schnell der Tisch aufgeräumt, jeder putzt sich noch die Zähne und macht sich etwas frisch.
Lena muss sich noch die neue Jacke anziehen und dann kann es losgehen.
Aber wo ist Willi?
Der Hund läuft doch sonst nicht weg.
»Bestimmt hat er sich versteckt und will uns ärgern«, sagt Lena.
»Ich glaube eher, dass er zu faul zum Laufen ist«, sagt Papa Mirko.
»Kommt mal alle her«, ruft Mama Tasha auf einmal ganz aufgeregt, »hier liegt ein Stück Schokolade.«
Und richtig, auf dem Fußweg vor der Toreinfahrt liegt ein angebissenes Stückchen Schokolade.
»Das hat Willi abgebissen«, erkennt Lena auf den ersten Blick.
»Genau, damit hat ihn sicher jemand gelockt und dann mitgenommen«, ergänzt der Papa.
Und genauso ist es.
Ein fremder Mann hat dem armen Willi erst ein Stück Schokolade gegeben und ihn dann einfach gepackt und in seinem Auto mitgenommen.
Als sich Willi wehrt und den Mann beißt, wird er geschlagen, bis er sich nicht mehr wehren kann.
Aber dann hält das Auto an und ein anderer Mann will einsteigen.
Das ist die Gelegenheit für Willi.
Als die Autotür geöffnet wird, springt er mit einem Satz aus dem Auto und läuft weg, zurück nach Hause.
»Seht mal wer da angelaufen kommt«, ruft auf einmal Mama Tasha.
Ja, was für eine Freude ist das, als sie den kleinen Willi wiedersehen.
Nur Lena macht ein sorgenvolles Gesicht und ruft den Hund zu sich.
Jetzt muss er sich erst einmal eine Standpauke anhören, und das mit Recht:
»Also wie alt bist du eigentlich.
Du musst doch schon wissen, dass man von fremden Leuten nichts annehmen darf.
Du siehst doch, erst bekommst du Schokolade und dann Schläge.
Das hätte noch viel schlimmer ausgehen können, und dann hätten wir jetzt keinen Hund mehr und müssten alle weinen.
Versprich mir, dass du das nicht noch einmal machst.«
Ein leises ‚Wau Wau‘ und ein zaghaftes Schwanzwedeln bedeuten, dass Willi verstanden hat.
Da nimmt Lena ihren kleinen Willi in den Arm, drückt ihn ganz fest und sagt zu ihm leise in sein Ohr: »Und ich lass dich auch nicht mehr allein nach draußen.«
»Da haben wir alle ja noch einmal Glück gehabt.
Nun lasst uns mal unseren Spaziergang machen«, sagt Papa Mirko.
Dann sagt er leise zu Mama Tasha: »Was ist unsere Lena doch schon für ein großes und schlaues Mädchen geworden.«
»Wir können richtig stolz auf sie sein«, fügt Mama Tasha noch hinzu.
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