Das tut nicht weh

»Aua, du hast mich jetzt gekratzt, pass doch mal ein bisschen auf«, schimpft Leon mit seinem Lieblingskuscheltier, Eisbär Knut.
Die beiden spielen schon den ganzen Morgen zusammen in Leons Zimmer. Leon ist der Vater und Knut ist das Kind.
»Deine Fingernägel sind nicht nur viel zu lang, sie sind auch ganz schmutzig. Hast du damit den Garten umgegraben? Die müssen wir jetzt mal schneiden und sauber machen«, erklärt Leon und holt aus seinem Arztkoffer eine kleine Schere.
Mit der Schere in der Hand fängt Leon aber erst richtig an mit Knut zu schimpfen:
»Und deine Fußnägel kommen auch gleich dran, wie die wieder aussehen, und deine Haare, die schneide ich auch gleich mit, wenn ich schon mal dabei bin.«
Doch dann wird seine Stimme auf einmal lieb und freundlich.
»Nein Knut, du musst keine Angst haben, das tut nicht weh, und danach siehst du wieder ganz schön aus«, sagt Leon aufmunternd.
»Du willst nicht? Jetzt fang nicht auch noch an zu weinen. Das tut echt nicht weh«, fährt Leon in seinem Gespräch mit Knut fort.
»Was, du glaubst mir nicht? Ich soll es dir vormachen? Na gut.«
Aufgeregt läuft Leon aus seinem Zimmer in die Küche und schon von Weitem beginnt er zu rufen: »Mama, Mama, Knut will sich nicht die Nägel schneiden lassen und die sind ganz lang und schmutzig und gekratzt hat er mich auch und das tut doch nicht weh, oder?«
Mama Tasha ist überrumpelt von dem Redeschwall ihres Sohnes und muss sich erst mal auf die neue Situation einstellen, aber dann sagt sie: »Natürlich tut Fingernägel schneiden nicht weh.«
»Wirklich nicht?« fragt Leon schüchtern nach.
»Ganz bestimmt nicht«, antwortet ihm die Mama.
»Das habe ich Knut auch gesagt, aber er glaubt mir nicht, ich soll es ihm vormachen. Kannst du mir die Nägel schneiden, damit er mir glaubt?« möchte Leon wissen.
»Bist du dir da ganz sicher?« fragt Mama Tasha vorsichtshalber noch einmal nach, »nicht dass du dann anfängst zu weinen, dann glaubt dir Knut bestimmt nichts mehr.«
»Ich bin doch schon groß geworden«, antwortet Leon empört über die Zweifel seiner Mama und fügt noch hinzu: »Und meinen Pony kannst du dann auch gleich schneiden.«
»Na dann lass uns mal gleich anfangen«, entgegnet ihm Mama Tasha.
Diese einmalige Gelegenheit will sie sich natürlich nicht entgehen lassen und sie holt schnell aus dem Bad eine Nagelfeile, Nagelschere und eine Schere für die Haare. Dann gehen die zwei in Leons Zimmer.
»So«, sagt Leon zu Knut, »jetzt wirst du sehen, dass Nägel und Haare schneiden nicht weh tut. Meine Mama macht das jetzt bei mir, und du passt genau auf, damit du das dann auch weißt.«
Eigentlich müssten die Nägel ja im Badezimmer geschnitten werden, aber da will Knut nicht mitkommen, darum legt Mama Tasha ein großes Badelaken auf die Erde, stellt einen Stuhl darauf, setzt Leon auf den Stuhl und beginnt ihm die Fingernägel zu säubern und zu schneiden.
»Was bist du doch für ein tapferer Junge«, sagt die Mama als sie mit den Fingern fertig ist.
»Wieso tapfer? Das tut doch gar nicht weh. Knut, hast du gehört, echt nicht!« sprudelt es aus Leons Mund.
Es dauert nicht lange, und die Fußnägel und die Haare sind auch ohne Probleme geschnitten. Mama Tasha ist richtig stolz auf ihren kleinen Sohn.
»Er ist doch immer wieder für Überraschungen gut«, denkt sie sich, packt ihre Sachen und lässt die beiden wieder alleine im Zimmer zurück.
»Hast du das gesehen?« wendet sich Leon an Knut, »ich verstehe nicht, warum du immer so ein Theater machen musst.«
Er schnappt sich Knut und ruck zuck werden Fingernägel, Fußnägel und die Haare geschnitten.
»Na, was sagst du nun?« fragt Leon.
»Ach, du möchtest eine Belohnung?« Leon denkt einen Moment nach und läuft dann aufgeregt in die Küche.
»Mama, Mama, ich glaube, das hat doch ein bisschen weh getan«, ruft er schon im Laufen.
Mama Tasha unterbricht erschrocken ihre Arbeit, aber dann sieht sie das verschmitzte Lächeln im Gesicht ihres Sohnes.
»Aber mit einem Keks ist das bestimmt wieder weg«, ergänzt Leon als er bei der Mama angekommen ist.
»Aber natürlich«, antwortet Mama Tasha, »wie konnte ich das vergessen.«
Sie nimmt ihren kleinen Sohn auf den Arm und alle beide müssen laut anfangen zu lachen.
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